Blutegelbehandlung

Der Blutegel (Hirudo medicinalis officinalis)

Der Blutegel wird schon seit Jahrtausenden zu therapeutischen Zwecken verwendet. Wie beim Aderlass wurde aber auch diese Therapie in den letzten Jahrhunderten maßlos übertrieben, was zum Verschwinden dieser Methode und zur praktischen Ausrottung des Blutegels in Mitteleuropa führte. Heute wird der Blutegel zu therapeutischen Zwecken in Zuchtanstalten kultiviert.

Bei vielen Menschen ist das Bild des Blutegels von Vorurteilen geprägt, wobei das Wort „Egel“ nicht von „Ekel“ kommt, sondern aus dem Griechischen: „echis“ = kleine Schlange.

Ein Einsatz des Blutegels hat einen doppelten Effekt:

  • zum einen entspricht der Blutverlust einem Mikroaderlass, bei dem etwa 10 – 20 ml direkt vom Egel aufgenommen werden und weitere 20 – 30 ml Blut bei der gewünschten Nachblutung, die bis zu 12 Stunden dauern kann, verloren gehen. Dieser Verlust von Blut entspricht einer Blutverdünnung, dadurch verbessern sich die Fließeigenschaften des Blutes erheblich.
  • zum anderen werden gleichzeitig viele heilsame Substanzen in das Gewebe injiziert:
    • der bekannteste Wirkstoff ist das HIRUDIN. Es hemmt die Blutgerinnung und wirkt antibiotisch.
    • Ein anderer Wirkstoff, das EGLIN, wirkt entzündungshemmend.

Einige Einsatzmöglichkeiten in der Tiermedizin:

Pferd:

  • Akute Hufrehe (Dabei handelt es sich um akuten Durchblutungsmangel!). Sofortige Behandlung sehr wichtig! Neben dem Aderlass die sinnvollste Therapie bei der akuten Rehe.
  • Allgemeine Gelenkerkrankungen, sowohl Arthritis als auch Arthrose
  • Sehnenentzündung

Hund:

  • Allgemeine Gelenkerkrankungen
  • HD (Hüftgelenksdysplasie)
  • Akute Diskopathie (Bandscheibenvorfall)

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